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Gedenktag für Mira Solis acris

embarassed Liebe Leserinnen und Leser, den Beam von mir an die Omi und in die Tasten hier für unsere virtuelle Baue müsst ihr euch heute ganz leise vorstellen. Denn ich bin bei meiner Mami und meiner Omi und meinen Schwesterchen Flora Flummel Luminis und Ratina15 Rattilina Jolie und bei meinem süßen grantigen Brüderchen Benji Benjamin Circumflex und in Gedanken auch bei meinen anderen Geschwisterchen, die nicht mehr bei meiner Familie wohnen oder auch in einem illysischen Wald herumschwirren. Heute vor einem Jahr war ich mit Omi im tierärztlichen Notdienst, bekam aber keine Hilfe für meine Blinddarmentzündung, ganz im Gegenteil. Die Geschichte ist ja schon bekannt. Ich wurde mit einem aufgebrochenen Appendix wieder zurückgeschickt. Schmerzmittel und SabSimplex habe ich bekommen, aber kein Antibiotikum, keine Infusion und kein Medikament, das den Kreislauf stabilisiert hätte, obwohl Omi immer wieder darum bat. Omi sollte mich päppeln, und gab mir immerhin etwas Öl und mein geliebes Colostrum, genannt Eiweißmotsche, worauf ich mich gierig stürzte, denn beides hatte mir zuverlässig immer geholfen, wenn mein durch die letzte OP mit der langen Narkose und zusätzlicher Lokalanästhesie geschwächter oder sogar gelähmter Blinddarm-Appendix wieder Ärger machte. Omi hatte immer wieder Tierärzte gefragt, ob ich ein Magengeschwür haben könnte oder wie die Verdauungsschwankungen zu erklären sein, und darauf hingewiesen, dass ich auf orale Medikation z.B. von Antibiotika überreagierte, als hätte ich eine Überdosis bekommen. Tatsächlich stellte sich dann heraus, dass ich zwei kleine Löcher in diesem hintersten Darmabschnitt hatte, durch die die gesamte Verdauung erschwert wurde und die natürlich auch Bakterien in die Bauchhohle durchließen, sodas ich immer latent peritonit war. zu den zwei kleinen Löchern kam dann in dieser gräßlichen Nacht vor einem Jahr ein großes, weil der Appendix starr war und überfüllt und nicht mehr lebendig genug, um die Inhalte hinauszubefördern. Und auch, weil die Tierärztin, die mich retten sollte, mich beim Fiebermessen ziemlich grob in Positur gezogen hatte. Dabei wurde der hochstrapazierte Darm wahrscheinlich endgültig zerrissen, denn noch in der Praxis hatte ich plötzlich extrem lautes "Magenknurren", wie es nur typisch ist, wenn Darmabschnitte abgestorben sind. Sie wollte aber auch auf dieses Symptom nicht hören und hat mich nicht geröntgt, außerdem das Antibiotikum etc. weiter verweigert. Als ob Omi, die mich solange durch die OPs gebracht hatte, nicht wüsste, wann die Hausmittelchen nicht mehr helfen und ich ein Antibiotikum brauchte. Es war tierärztliche Besserwisserei ohne besseres Wissen, die mich, eure Miri, ihr hart erkämpftes Leben gekostet hat. Vorbereitet wurde die tödliche Krise dadurch, dass Omi plötzlich Bedenken hatte, mir mein Colostrum mit Öl zu geben, schon einige Wochen vorher, weil eine andere Tierärztin meinte, es würde auf die Bauchspeicheldrüse gehen. Aber am Samstag, als es mir schon schlecht ging, hat sie mir dann doch einen ordentlichen Schwung gegeben, und daraufhin war für einige Stunden wieder alles in Ordnung, sogar vorzüglich wohlgeformte Köttelchen habe ich produziert. Leider hat Omi deshalb gedacht, es wäre nicht wirklich dramatisch. Und das hat ihr die Ärztin im Notdienst dann ja auch massiv eingeredet. Omi hatte zudem Angst, dass ich Krebs habe und mir eine Überbehandlung nur eine kurze Verlängerung des Lebens, aber auch schreckliche Schmerzen einbringt. In der nachträglichen Untersuchung und der Recherche hat sich dann aber ergeben, dass es wahrscheinlich nicht so war, sondern dass ich nur mal wieder etwas ungeschickt viel Unverdauliches öhm, naja, Fasern halt, gefuttert hatte, und mein Appendix damit nicht mehr zurechtkam, weil Omi mir auf Anraten der Ärztin einige Zeit kein Öl mehr gegeben hatte. In der Zeit war ich eigentlich unauffällig, selbst ohne Colostrum, aber irgendetwas stimmte nicht, stellte Omi schon ca vierzehn Tage vor der gräßlichen Nacht fest, deshalb bestellte sie das Colostrum wieder. Es kam aber erst nach zehn Tagen an, und natürlich habe ich es dann auch gleich bekommen, zusammen mit Öl, wie es sich gehört und wie es immer geholfen hatte. Nur Omi wollte halt vorsichtig sein damit. Hätte sie mich vollgestopft mit Öl und Colostrum, anstatt zu dem Notdienst zu fahren! Das macht ihr jetzt immer noch schrecklichen Kummer. So saß ich dann ca vier Stunden in dieser furchtbaren Nacht mit meiner Blinddarmruptur da und fühlte mich immer schlechter und schlechter, zwar durch Schmerzmittel betäubt, aber auch unter Schock und innerlich vergiftet, und die Situation wurde immer schlimmer und schlimmer. Frühmorgens versuchte Omi nochmal, einen Tierarzt zu erreichen, damit ich endlich ein Antibiotikum bekomme,aber ich wäre schon kaum noch transportfähig gewesen und die bereits frühmorgens geöffneten Praxis war auch aufgegeben worden ein Jahr vorher.  Als Omi sah, wie schwach ich war, kapierte sie endlich, dass ich, ihre so maßlos starke Miri, diesmal wirklich sterbe, und stand dann selbst unter einem furchtbaren Schock. Meine arme Omi hat diesen Schock auch noch immer nicht überwunden und wird auch nicht so einfach darüber hinwegkommen, dass ich die ganze Nacht hilflos dasaß, und die ZweibeinerInnen, die mir helfen sollten, so versagten, dass ich daran starb. Also ich und die Omi oder die Omi und ich finden es furchtbar, dass man meint, die Mondlandung wäre ein großer Schritt für die Menschheit gewesen, obwohl man hier auf der Erde immer noch nicht die Blinddarmentzündung eines Kaninchens erkennen und behandeln kann. Es muss sich noch so viel entwickeln, damit unsere Menschlein uns besser wahrnehmen und die TierärztInnen auf uns und unsere ZweibeinerInnen hören. Wie einfach wäre es gewesen, mir ein Antibiotikum zu geben und auf eine eventuell gefährliche Untersuchung wie Fiebermessen zu verzichten - stattdessen lieber mit einer einfachen Aufsicht zu röntgen. Und wenn Fiebermessen, dann mit einem digitalen Gerät, das wie bei Menschen die Temperatur im Ohr misst oder an einer anderen unkomplizierten Stelle, die bereits als magendarm-geschädigt erkannte Kaninchen nicht noch zusätzlich gefährdet. Schon in einem Standardbuch zu Kaninchenkrankheiten konnte Omi nach meinem Tod lesen, dass erstens aufwändige Untersuchungen, insbesondere Palpieren etc., sehr gefahrlich sind im Krisenfall, und zweitens eben die sehr lauten Darmgeräusche auf einen Bruch bzw. eine Ruptur, wie ich sie hatte, eindeutig hinweisen. Wenn man das alles nicht weiß, muss man sich dann gegenüber Omi so besserwisserisch aufbauen und mir, ihrer kleinen tapferen Mira, die ich so viele Monate um mein Hinterbein und mein Leben einigermaßen erfolgreich gekämpft hatte, alles wieder wegnehmen ? Naja und dass die OP-Ärzte uns nicht gesagt haben, dass der Blinddarm-Appendix wahrscheinlich hin ist, obwohl Omi schon Ende Oktober 2016 aufgefallen war, dass ich auf Medikamente reagiere als hätte ich ein Löch im Bauch oder im Darm, zeigt ja auch nur, dass die Zweibeinerinnen nicht mal die Erde schön einrichten können, sodass die Wildkaninchen und ihre Nachfahren, denen sie ja genauso gehört, auch gut leben, sondern stattdessen nur an ihr Ansehen, ihr Prestige und ihr Geld denken, mit dem sie sich dann auf den Mond oder den Mars schießen.... das geht nicht in meinen Kaninchenkopf. Das musste ich euch sagen, weil es auch in Omis Seele steckt und uns beide manchmal immer noch sehr unglücklich macht. Aber es gibt auch schöne Dinge. Wie immer kommt das Schönste in meinem Leben von meiner Mami. Es könnte nämlich sein, dass meine Miri-Seele doch noch einen neuen Unterschlupf findet, in einem passenden Hoppibaby ! Aber wir wissen nichts Genaues, weil Mami es so will. Nur ist sie im Moment besonders vorsichtig beim Laufen und Springen, und hat heute der Omi beim abendlichen Schmusen ihren weichen, weißen Bauch hingehalten zum Befühlen und Küsschen geben. Dabei ist Omi im oberen Bereich in der Mitte etwas aufgefallen, dass vielleicht ein oder zwei oder sogar mehr neue Hoppibabies, also auch ein neues Mirchen, sein könnten. Omi hat es ganz sanft befühlt, und es ist eindeutig irgendetwas.....da meine Mami das Befühlen wunderschön fand und sich dabei in Omis Arm maßlos entspannte, sodass ihr fast das Köpfchen von Omis Arm rutschte und sie quasi wieder aufwachte, ist es nichts Schlimmes, das meiner Mami Schmerzen machen könnte. Vielleicht ist also dieser Gedenktag auch etwas Wunderschönes für uns, und nicht zufällig der Tag vor dem Geburtstag meiner Mami....Ich müsste dann so am Monatsende auf die Welt kommen, meinte Omi. Und in der Wohnung ist dank  weiterer glücklicher Umstände alles wunderbar vorbereitet, im Wesentlichen...also ich fände es wunderschön, wieder bei meiner Familie zu sein, nochmal Mamis Milch zu trinken und den ganzen Tag zu futtern und rumzusausen, Kaninhop zu springen und wieder das schnellste und höchstspringende Hoppelbaby zu sein. Und dann ja noch Buchautorin. Ihr könnt euch an das Bild von mir im Bücherregal bestimmt erinnern ? Bücher waren schon immer eine ganz große Leidenschaft von mir. Und man könnte dann von mir sagen, dass ich mein erstes Buch bereits geschrieben habe, als ich noch im Bauch meiner Mami war !   Aber meiner Mami will ich nicht vorgreifen. Omi meint auch, Mami hätte vielleicht nur angedeutet, dass sie sich darüber selber maßlos freuen würde. Das wäre auch schon mal schön, und wie ich dann zu den Meinen zurückkomme, muss ich dann eben mit Artemis und den weisen Häsinnen hier im illysischen Wald besprechen....

Als Bild zu diesem flüsternden Bocksgesang seht ihr das Miri-Gedenkkerzchen, das auch im vorigen Winter an mich erinnerte, und daneben einen Sonderpreis, den Mami und Omi als bestes Team erhalten haben auf einem Turnier, weil Omi meine Mami so freundlich angeflüstert hat, doch bitte über die Hindernisse zu springen, und alle merkten, dass sie wirklich miteinander sprechen....in diesem kleinen Becher sind jetzt Erinnerungsstücke an mich, eure Miri. 

Traurig und hoffnungsvoll

*fliegt nicht zum Mars, auch im metaphorischen Sinne, verbessert lieber die Tiermedizin, insbesondere Kaninchen betreffend, seid kritisch und forscht selbst, damit nicht mehr so viele Kaninchen sterben, die dafür viel zu jung, zu lieb und zu lebensfroh sind!*

LOVE

eure Miri

Miri 25.10.2018 1 105
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    Danke, dass ihr an mich gedacht habt und meinen Beitrag geliked habt. Jetzt gebe ich meiner Mami Adventi, die gleich fünf Jahre alt wird, noch ein dickes Geburtstagsküsschen, dann schwirre ich wieder ab zu den anderen Kaninchenengeln im Illysischen Wald....aber ihr wisst ja, dass ich mit Sondererlaubnis von Artemis fleißig blogge...also bis bald, eure Miri
     
     25.10.2018 
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