Klopfer Ansicht

Leider sehr schlimme Nachrichten von meiner Mami

Liebe Leserinnen und Leser,

hier ist die Miri, euer bloggendes Kaninchen-Engelchen, das zeitlebens über seinen irdischen Alltags bloggte und nun Beams an seine zweibeinige Ohmi schreibt über das Leben im Irdischen, im Überirdischen (bei uns Illysischer Wald genannt) und im Allgemeinen. Heute leider mit sehr schlimmen Nachrichten für euch.

Gestern machte sich meine Familie auf den Weg nach Hause, wie geplant. Nur fehlte schon morgens meine Mami Hoppilina Artemis Adventi. Anstatt die Ohmi zu wecken wie üblich, hatte sie sich nachts klammheimlich in einen Nebenraum zurückgezogen. Es ging ihr nämlich schrecklich schlecht und sie konnte kaum noch laufen oder hüpfen. Am Abend davor war sie noch ziemlich vergnügt über die Wiese gejagt. Aber wie ihr ja vielleicht schon gelesen habt in meinen Blogbeams, waren wir in letzter Zeit immer wieder bei Ärzten, weil es mit dem Verdauen oder dem Rennmümmeln nicht so klappte. Dann waren wir superglücklich, als Mami nach der tollen Zahnbehandlung bei Dr. Schall in Ludwigshafen wieder rennmümmeln konnte.  Aber irgendwie ging es dann doch nicht, sodass Ohmi sie immer mal wieder gefüttert hat. Trotzdem war meine Mami sehr dünn geworden, wog zwischen 1,8 und 2 kg. Naja, gefüttert wurde sie ja auch nur mit Pellets.... also es war alles ganz seltsam. Aber die Ärzte hatten gesagt, es wäre alles soweit in Ordnung, bis eben auf die altersbedingten Zipperlein oder Verdauungsprobleme, für die wir alles hatten um es in den Griff zu bekommen. Deshalb ließen sich alle drei ja auch noch gegen RHD1 und RHD2 impfen - war auch ganz vernünftig, denn auf der tollen Ochsenwiese in NRW gab es ganz viele, süße, nette, spurenlegende Wildkaninchen um meine Familie herum. Jeden Abend ! Aber es passierte dann etwas anderes. Meine Mami hoppelte also am letzten Tag dort im idyllischen NRW neben einem Naturschutzgebiet nochmal quietschvergnügt durch den Garten mehrere Runden und konnte überhaupt nicht mehr aufhören die Büsche und Blumen zu durchkämmen, hüpfte abends noch über die WEide und sprang auf die Transportbox wie eh und je. Nachmittags hatte sie Kohlrabiblätter gegessen, deshalb hat Ohmi sie nicht nochmal extra gefüttert, sondern ihr nur nachts noch ein paar Salat-, und Kohlrabiblätter, frischen Mais und die Futterschüssel vorgelegt. Also ich glaube nicht, weil meine Mami beleidigt gewesen wäre, sondern eben, weil es ihr schlecht ging, ist sie irgendwann nachts in den anderen Raum gedüst. Und dann ging es ihr morgens plötzlich so schlecht, dass sie dort bleiben wollte. Ohmi dachte erst, sie hätte so etwas wie ich damals im Oktober 2017, einen Darmriss, weil meine Mami Hoppilina nicht laufen wollte. Deshalb sind die drei - Rati, Benji, Hoppel - mit der Ohmi in die Tierklinik dort gefahren und haben Mami Hoppilina röntgen lassen. Leider war das Ergebnis, dass meine Mami nichts mehr aß, Schmerzen hatte und halb ohnmächtig war, weil sie keine Luft mehr bekam wegen der Zerstörung ihrer Lunge. Ihre Lunge war komplett mit multiplen Karzinomen (kleinen Tumoren) gespickt. Vielleicht war die Lunge auch akut entzündet. Es sah alles ganz fürchterlich aus auf der Röntgenaufnahme. Meine Mami konnte nichts mehr dazu sagen, weil sie viel zu müde war. Sie deutete nur an, dass es ihr wie dem Flummelchen ging. Ohmi kam es außerdem so vor, als wäre Hoppilina vergiftet, weil sie so benommen dalag in ihrer Box. Mami Hoppilina bekam ein ganz dickes, starkes Schmerzmittel, vor allem gegen die Aufgasung ihres Magens. Die Ärztin meinte dann, dass sich Mamis Zustand mit Sicherheit nicht mehr bessern würde. Und dass sie zu mir kommen müsste, bzw. zu uns, dem Flummelchen und mir, ihrem Miri-Engel - entweder sofort oder innerhalb der nächsten Tage. 

Natürlich ist Ohmi erstmal ausgerastet. Aber nur ganz vorsichtig, um Mami nicht zu stören. Der es so besch.... ging, dass sie nicht mal mehr scharrte in ihrer Box. Später hat sie sich nochmal die Nase geputzt, aber dann hat sie weitergeschlafen in der Box. Könnt ihr euch das vorstellen?! Hoppel Adventi und nicht in ihrer Box scharren. Ohmi hatte deshalb auch Angst gehabt, dass sie auf dem Weg in die Klinik schon im Illysischen Wald vorbeischaut...Da es meiner Mami ja schon seit geraumer Zeit so schlecht ging, dass sie nicht mehr futtern wollte oder zumindest nur noch sehr wenig. Die Vier (Hoppel, Benji, Rati und Ohmi) wären deshalb auch nicht in den Norden gefahren, wenn es nicht wegen Ohmis zweibeiniger Familie unbedingt erforderlich gewesen wäre. Und Hoppel und Rattilina nicht davor bei verschiedenen Ärzten gehört hätten, dass doch alles ganz ok sei. Jetzt war nämlich plötzlich nichts ok! Und ihre gelegentlich seltsame Sitzhaltung mit leicht aufgestützten Vorderbeinen konnten wir uns nun erklären: Das war kein Versuch, dem Bäuchlein die Verdauung zu erleichtern, sondern sollte ihr das Atmen einfacher machen.  Man muss aber auch sagen, dass es meiner Mami zuhause noch super ging, gemessen an ihrem tatsächlichen, quasi physiologischem Zustand. Sie hat in Mering ja auch noch selber gefuttert, wenn auch zu wenig. Und schmuste den ganzen Tag mit Mami, schlief neben ihr und rannte tagsüber herum, konnte noch in unser Obergeschoss springen und auch noch riesige Löcher buddeln, wiesenflitzen, eigentlich alles. Nur wurde sie dabei schneller müde. Wahrscheinlich war es aber gerade gut, dass sie soviel Beschäftigung hatte und Ohmi viel Zeit hatte, mit ihr zu kuscheln und sie zu massieren, sodass das Bäuchlein schön klein und flach blieb und das sauerstoffhaltige Blut durch den Körper transportiert wurde. Da sie und Ohmi das immer so gemacht hatten, fiel natürlich beiden nicht auf, wie lebensnotwendig die Schmuserei für Hoppilina war. Während unseres norddeutschen Besuchs gab es dafür nicht ganz soviel Gelegenheit. Und es war grässlich kalt dort. der Mami fehlte zudem ihr Flummelchen: Flumilina hatte immer neben ihr gesessen und sie gewärmt und den Rücken massiert. Der Ohmi fiel dann auch auf, dass die Mami (also Hoppel) Sehnsucht nach dem Flummelchen hatte. Nur wollte sie nicht unbedingt in den Illysischen Wald, um das Flummelchen wiederzusehen. Wegen Rattilinchen, Benji und der Ohmi. Es war eben so fifty:fifty.  

Tierärztliche Vorgaben sind natürlich immer unsicher, erfahrungsgemäß. Die Röntgenaufnahme war schon ziemlich eindeutig, auch wenn eine akute, schwere Lungenentzündung auch möglich gewesen wäre, also etwas Behandelbares. Nur hatte Hoppel ja schon seit Wochen starke Symptome, die wir nur nicht erklären konnten.Und sie war in ihrer gewohnten Umgebung mit den vielen, vielen Streichelmassagen natürlich sehr glücklich und konnte alles kompensieren. In NRW war das nicht so möglich. Eine reine Lungenentzündung hätte dort vielleicht ausheilen können, aber die Ärztin meinte, es wären eindeutig Metastasen. Und an Hoppilina war der Ohmi schon aufgefallen, dass ihr Brustkorb seltsam spitz vorragte - als würde von innen etwas die Rippen nach vorne drücken. Die Tierärzte hatten das nicht bemerkt, also wollte auch Ohmi sich dadurch nicht beunruhigen lassen. Aber die Ärztin in NRW bestätigte ihr nun, dass dieser Innendruck durch die Tumoren entstehen könnte. Dann hat Mamis Mami, unsere Ohmi, sich erinnert an die bedenklichen Blutwerte von Hoppilina seit 2018 und die Lymphopenie, die krassen Leberwerte, der hohe IgG-Spiegel ohne EC-Symptome  und so weiter, die ganzen Sachen, die wir schon wussten, die von der Ärztin in Friedberg bzw. Augsburg-Hochzoll aber wegtrivialisiert wurden (als Aufregung, EC etc., alles Unsinn!), Daran, dass Hoppilina nicht nochmal Babies bekommen konnte sondern auf der Röntgenaufnahme nur komische Beulen und Knubbel am Uterus hatte, und dass sie seit einiger Zeit keinen einzigen Cashewkern mehr gegessen hatte. Dann hatte Ohmi die vielen Bilder vor Augen von mir, der Miri, bei der alles operabel gewesen wäre, die aber hilflos zuhause sterben musste, sogar ohne ein Antibiotikum bekommen zu haben.  Und an Flummilina, die auch zuhause starb, weil Ohmi nicht glauben wollte, wie totkrank sie war., Flummelchen erst kaum Symptome zeigte und dann plötzlich sprichwörtlich umfiel. Unsere Vorgängerin Neuffelchen, die Nierensteine hatte und daran starb, und schreckliche Schmerzen hatte. An Tympanie-Fälle bei den Meeschweinchen....Zu häufig waren die Rettungsversuche ergebnislos gewesen und das Leiden zu lang. Die Ohmi hat deshalb mit der Mami zusammen entschieden, dass Mami zu Flumilumi und mir kommt, obwohl es maßlos schwer für sie war, die Hoffnung auf Rettung aufzugeben. Schließlich hatten uns noch ein paar Wochen zuvor zwei kompetente Ärzte erklärt, es sei soweit alles in Ordnung - die Lunge war abgehört worden, und die Atmungsentlastungshaltung war zu dem Zeitpunkt schon auffällig. Die TAs hatten nichts Auffällliges gehört. Aber jetzt ging es einfach nicht mehr. Mami und Ohmi haben dann noch lange miteinander dagesessen und geschmust, sich bestätigt, wie lieb sie sich haben und Ohmi hat meiner Mami immer wieder gesagt, was für ein bedeutendes Kaninchen sie ist, wie sie Welten bewegt hat und gewirkt auf die Welt der Menschen und Kaninchen und so weiter. Mami war dabei in so einer Art Halbschlaf, und entspannte sich, als das Schmerzmittel wirkte, aber sie hatte überhaupt keine Kraft mehr. Abends hat die Ohmi sie dann auf den Schoß genommen und mit ihr gekuschelt, bis Mami in so einer Art Narkose war und dann immer tiefer und tiefer schlief. Das ging ganz langsam, wie wir jetzt wissen, weil ihre Leber nicht mehr richtig funktionierte. Aber es war sanft und lieb und Mami ist dann auch irgendwann im Laufe des Abends hier bei uns Kaninchenengeln angekommen. Die arme Ohmi und vor allem die Waisenkaninchen Rattilina und Benji waren und sind jetzt schrecklich unglücklich. Und wie zu erwarten war, grämt sich Ohmi, ob Hoppilina nicht doch noch bei ihr sein könnte und so weiter. 

Aber meine Mami freut sich schon jetzt auf ihr Nachleben bei uns im Illysischen... Ihr werdet also bald mehr von ihr hören. Ohmi meint, der gewaltigen Kraft, mit der Hoppel das Leben unserer Ohmi gestaltete und umgestaltete, und eigene Welten für Kaninchen in der Welt der Menschen schuf, wird kein Nachruf gerecht werden können. Und diese Kraft kann ja auch nie verloren gehen. So wenig wie die Erinnerung der Ohmi an die große und leidenschaftliche Liebe zwischen Hoppel und ihr. Das zarte und starke, wunderschöne und bezaubernde Hoppelwesen Adventi ist aus der Welt der Lebenden gesprungen, aber Hoppel Artemis Adventi lebt wie es sich für eine langohrige Göttin gehört unsterblich weiter. 

 

Traurig in Gedenken an meine wunderbare Mami

LOVE

Eure Miri

Miri 13.06.2020 0 214
Hakenschlage
Ordnen nach: 
Pro Tunnel:
 
  • _There are no comments yet
Klopfer Info
13.06.2020 (109 Nächte vorher)
Klopfzahl
1 Geschnüffel
Aktionen
Empfehlen
Sorten
Books (6 blog klopfgesang)
Entertainment Blogs (252 blog klopfgesang)
Food Blogs (1 blog klopfgesang)
Health (1 blog klopfgesang)
Holidays (1 blog klopfgesang)
Movies (1 blog klopfgesang)
Tech News (4 blog klopfgesang)