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Papaya, Adler, Feuerkugeln - Neues von Miri und Helia

 

Papaya und mehr... mit Helia unter Papayabäumen....

Endlich ! Hier ist Omi, festgekettet an die Beammaschine, jetzt mit dem anderen Notebook weil sie trotzig behauptete, man könne sonst nichts lesen. Dieses Notebook gibt nur manchmal mittendrin den Geist auf, also....

egal, also,....

äh na ak ihr wisst wie das ist, wenn man einen Vortrag lange Zeit erdacht hat und ihn dann plötzlich halten soll,...wie war das gleich... also das war....so...

ouhps nein also ich leg jetzt einfach mal los, so wie's war:

Ich lag also mit Helia unter Papayabäumen, in den Pfoten die süßesten, sonnengereiften Früchte. Wir schleckten und knabberten, wie man es nur von den genusssüchtigen australischen Kaninchen kennt oder unseren Seelenverwandten im Bambushain, den Koalabärchen. Wir streckten und rekelten uns und ließen die Beinchen in die Luft ragen, hüpften auf und schlugen ein paar fröhliche Hasenhaken, plumsten dann wieder auf den Boden und blieben ausgestreckt auf der Seite liegen, streckten und und zogen wieder neue halbkanidierte Papayastückchen zu uns heran. Ihr müsst wissen, der illysische Wald - eigentlich ja bezeichnenderweise Plural, also Mehrzahl - die illysischen Wälder sind nicht nur bei meiner Mami in Mering, irgendwo im seltsamen Bayern. Sie sind auch in Griechenland, in Australien, in Logy Bay und selbst bei den Schneehasen in Sibirien. Artemis gefällt es da nicht ganz so gut, auch bei uns findet sie es ein bisschen zu kalt, aber wir können wie sie überall sein, das ist also kein Problem.

 

So lagen und spielten wir herum und benagten uns zwischendurch den Rücken. "Du", sagte Helia zu mir, "Miri. Hast du eigentlich Angst gehabt, dass das Hasenbaby dir runterfällt, als du es ins Nest getragen hast, da oben auf der Bergspitze?"

 

Ouhps. Ich wusste erst keine Antwort. "Hm, also ich wollte es retten, das weiß ist". Dann schaute ich auf meine Papaya und dann in die tiefblauen Höhen über uns. "Aber ich war auch ein Adler. Ich weiß nicht so genau, woran ich gedacht habe. Also nicht daran, es zu essen. Ich war Miri, Vegetarierin mit Faible für Muttermilch".

"Das ist gut", strahlte meine Lieblingsfreundin Helia mich an. Dann biss auch sie kräftig in ihre Papaya. "Nicht das du dich in was Böses verwandelst. Dann werde ich zur Feuerkugel", drohte sie mir spielerisch-grimmig. "Ne", sagte ich, weil ich mehr an meiner Papaya interessiert war in dem Moment. Ich achtete auf mein Bäuchlein, ob es murrte, oder der Appendix irgendwas machte, aber es war alles gut. Noch ein Biss,....hm. Yummie, yummie. Ihr kennt Kaninchen, die sich auf ihr Essen konzentieren. Das ist etwas komplett Absolutes. Helias schleckte und knabberte auch innigstlich.

Aber sie hatte schneller aufgegessen, schleckte sich die endlich gewachsene kleine Wamme ab, die Pfoten und setzte sich aufrecht vor mich hin. Ich schaute sie mit meinem Rapperinnen - Gesicht an, papayaschmatzend, sehr jazzy. "Miri, was hättest du getan, wenn dir das Kleine aus den Krallen gefallen wäre?"

"Aber die Adlerkrallen sind riesig. Es konnte da nicht rausfallen" - "Na ja, aus Versehen natürlich". "Also, was eine Adlerin eben macht, wenn sie ihr Kleines, das noch nicht fliegen kann, auffangen muss oder retten muss was weiß ich". "Aber das hätte passieren können und du hast nicht darüber nachgedacht..:""He Helia, was ist denn das jetzt für ein komscher Vorwurfston ??? Ich war doch eine superstarke tolle Adlerin, die alles, einschließlich des Kleinen im Griff hatte." - "Ja aber wirklich, was hättest du getan `" "Weiß ich nicht mehr"."Weil du nicht drüber nachgedacht hast" - "Weil ich das spontan richtig gelöst hätte!" - ich wurde allmählich sauer. "Sei nicht so gemein, Helia. Was würdest du denn machen als Sonnenkugel. Du würdest mir das Fell verbrennen und ich müsste in eine komplett andere Artemis-Region....""Deshalb will ich ja auch keine Feuerkugel sein. Ich verwandle mich lieber in einen Löwenzahn". "Und wenn ich dich aus Versehen esse?" "Dann verwandle ich mich schnell zurück, damit ich zu groß für dein Papaya-Mäulchen bin :D", lachte Helia, das klang schon viel besser. "Und wenn du aus Versehen Feuerkugel wirst?"- "Aber das passiert doch nicht" - "Na siehst du. " Da hatte ich mal gewonnen, fand ich. Aber ich schaute, bedenklich und gewissenhaft wie ich nunmal bin, trotzdem etwas weniger unbedacht auf meine Papaya. Sie war so lecker. Warum konnte nicht das ganze Leben, egal ob vor oder nach dem Tod, so süß und angenehm sein wie eine Papaya, möglichst gut kandiert? Da knurrte mein Bäuchlein. "Hm, hm", seufzte ich. Nicht alle lieben das Süße..... Ich dachte über mein Erlebnis als Adlerin nach. In Gedanken sah ich wieder das kleine Häschen, das im Begriff war in den Bach zu plumpsen. "Oh", erschrak ich wie als erlebte ich alles noch einmal, und fühlte mich wieder mit dem Kleinen in die Luft steigen. Wenn es mir jetzt aus den Händen fiele.......ich versuchte mich noch mehr in die Situation hineinzuversetzten - Mira! " rief Helia überrascht. Ich war wieder Adler und schwang mich wie Ikarus über der Ägäis in die Lüfte, nahe an die Sonne heran. "Miri!", rief Helia zu mir hoch, "komm runter!", "Nein Helia", rief ich, "Komm du rauf!", und tatsächlich verwandelte sich die zarte Helia in eine weiße Taube und flog zu mir. Zusammen ließen wir uns durch die Luft treiben und unsere Flügel im Wind ruhen. Die sanfte Sonne schien auf unser Gefieder und wärmte wunderschön. Wir drehten Kreise und Kapriolen, flogen Achterbahnen und stürzten uns senkrecht nach unten, um wenige Meter vor dem Boden die Flügel auszubreiten und sanft wieder nach oben zu gleiten "Guck, da sind Artemis's Rehe - lass uns wieder Hasen werden, Miri", "Ja gleich Helia, noch eine Runde". Sie blieb unten und ich schwang mich noch einmal über die Wipfel ganz ganz weit nach oben in die Luft. Da sah ich ein kleines Rehkitz, das leicht stolperte und fast einen kleinen Hang hinteruntergerutscht wäre. Helia, wieder Häschen und direkt neben dem Bambi, erschrak und hüpfte zur Seite. "Helia ich weiß es jetzt", rief ich mit Adlerstimme, und stürzte mich im Sturzflug auf sie, nahm sie in meine Adlerschwingen und flog mit ihr durch die Luft. "Miri spinnst du - sagte sie mit ganz komisch zaghafter stimme, "Lass mich runter miri, ich hab Angst", "Ich muss dir zeigen, warum das kleine Häschen sicher war, so sicher wie du jetzt, pass auf", "Miri“.sagte Helia so wie Omi, wenn ich etwas nicht machen sollte, und das dann doch immer tat, wenn sie nicht guckte... Ich ließ Helia aus meinen Adlerfängen fallen und stürzte ihr hinterher, war schneller als sie im Flug und fing sie in senkrechter Haltung wieder auf. meine Adlerhände waren nicht schön, aber so wunderbar groß. Ich hielt sie fest und sicher..Doch Helia war ohnmächtig!

 "Helia!“, ich flatterte in senkrechter Haltung und hatte plötzlich Angst, sie unter mir zu halten. Es war schwierig, ich hatte so senkrecht nicht viel Widerstand in der Luft und versuchte in einem besseren Winkel mehr Flugkraft zu bekommen. Hach, ich war als Adlerin genauso geschickt wie als Springsportkaninchen, ich war fasziniert, alles ging, die Rehe schauten wie ich, die Adlerin, mit Helia, dem Häschen, brilliant in der Luft balancierte und sie auf sanfteste Art und Weise nach unten trug. Ich bettete sie auf unsere Wiese unter dem Papayabaum und plumpste selbst neben sie. Ich war wieder das runde weiche, wenn auch sportive Mirchen. "Helilein, wach auf, alles ist gut, du bist hier unter dem Papayabaum". "Helia schüttelte sich und wachte auf, aber sie stand unter Schock und weinte. Ich schleckte ihr die Augen aber nichts half. Sie giftet mich an und schrie, "Du bist böse und gemein, Miri! Was machst du denn ? Warum zerrst du mich in die Luft und schmeißt mich rum als wär ich ein toter Ball ? Ich will nie wieder mit dir zu tun haben". Sie raste weg wie ich sonst nur Rattilina Jolie hatte rasen sehen, mein Schwesterchen. Ich konnte es nicht so recht glauben. Schließlich hatte ich ihr nur den Sturzflug zeigen wollen, mit dem ich das kleine Kaninchen gerettet hätte und ja auch sie wieder aufgefangen hatte. Aber es war vielleicht zu spontan. Naja wahrscheinlich wirklich viel zu spontan. Ich hätte ihr das ja auch einfach erklären können. Irgendwie gefiel mir die Adlerin dann auch nicht. Wobei es ja in Hollywood kein Problem ist, dass man sich mal von einem Adler tragen lässt, vielleicht sich noch selbstständig an den Klauen festhält. Warum dann hier, in den illysischen Wäldern ? Jetzt kullerten mir plötzlich riesige Miritränen aus den Augen. Ich legte mich flach auf den Boden und weinte wie nur unglückliche Häsinnen weinen können. Das Wasser floss einfach so in Strömen aus meinen Augen und ich hielt es nicht fest, so müde war ich, dass immer alles schief ging und Helia mich jetzt nicht mehr mochte. Schon meine Geschwisterchen waren gemein zu mir gewesen, weil sie Angst vor mir hatten, ich aber selber nie aggressiv war. Deshalb gingen sie lieber gleich auf mich los.. Das war nicht gefährlich, als ich noch richtig vierbeinig war, aber mit 3,8 Beinen war es schwer. Und Flümchen hatte mir mal richtig in die Nase gebissen, als ich mich beim Training an einem tollen Abend mit ihr wieder anfreunden wollte. Erst schleckte sie mir die Augen ab, als wäre ich Mami, dann wurde ihr klar, dass ich nicht Mami bin sondern Miri und dann hat sie wütend geschnauft und ist weggehoppelt.. Jetzt heulte ich noch mehr. Rotz und Wasser. Bis die Rehe schockeirt zu mir hinüberschauten, bei denen Helia sich umarmen und trösten ließ, die auch heulte. Ein Reh holte dann Artemis, weil sie unser Unglück nicht mehr ertragen konnten. Artemis schnappte sich Helia und trug sie auf dem Arm zu mir hin. Helia schielte aus Artemis Armen zu mir rüber und starrte dann wieder weg von mir. Ich reagierte gar nicht und heulte nur weiter. "Ich kann nix sehen", sagte ich trotzig. "Mirchen, kleines liebes Häschen, was hast du denn angestellt, kleiner Schelm?" "Ich bin kein Schelm", quetschte ich raus, "Ich bin ein Monster", heulte ich dann los und Helia heulte auch wieder los. Artemis drehte die Augen zum Himmel. "Miri, du musst halt lernen, mit deinen Fähigkeiten umzugehen. Du hast soviel durchgemacht, mit deinem gebrochenen Beinchen und deiner ganzen Leidensgeschichte, weil du so fantastische Fähigkeiten hast. Hier seid ihr doch in den Illysischen Wäldern. Hier könnt ihr spielen und auch mal Unsinn machen. Es passiert nichts. Du warst nicht in Gefahr, Helia.""Und wenn ich als Feuerkugel herumwandle, kann ich Miri dann nicht verletzen?" "Das würdest du eben nicht tun, auch wenn es so aussieht, als wäre sie in Gefahr!" Wir beide staunten und verstummten und schauten Artemis mit riesigen Kaninchenaugen an : „Also wir könnten von einem fünf Meter hohen Papayabaum fallen ohne uns zu verletzen ?“

 

„Nein und ja,“ erklärte uns Artemis, „ ich würdet euch auffangen können oder überhaupt nicht erst fallen. Auch wenn ihr andere Gestalt habt. Wenn es eine echte Seelenwanderung ist, dann schätzt ihr eure Fähigkeiten immer richtig ein“. „Und wenn uns eine der Enten einen Streich spielt oder noch schlimmer?“ „Also die Ärzte aus Dagoberts Geldspeicher, die den Enten ihre Gestalt gestohlen haben, kommen hier wirklich nicht vor, Mirchen. Hier gibt es nur liebe Waldtiere, die andere Gestalt annehmen können, also selbst als Ente oder Adler keine Gefahr darstellen.“ Das beruhigte mich, auch wenn ich unfairerweise gegenüber Artemis bleibende Angst hatte, dass sich vielleicht doch eine böse Entengestalt in die illysischen Wälder einschmuggeln könnte. Artemis verstand das zum Glück und kuschelte mich am Po, streichelte mir die Wange und sagte mir Nettigkeiten wie Omi, wenn sie mich aufmuntern wollte. Helia war dagegen ganz und gar Feuer und Flamme, sprichwörtlich: „Ich kann Feuerkugel sein, ohne Miri zu verletzen ? - Wirklich ????“ Artemis nickte und lächelte. „Ja versuch's mal,“ und warf Helia in die Luft. Meine beste Freundin, zartes Löwenkopfkaninchen, verwandelte sich in eine zischende und lavasprühende Feuerkugel und umsauste mich kreisförmig aus nächster Nähe. „He“, sagte ich tapfer, „Die Erde muss um die Sonne kreisen und nicht umgekehrt“. Helias-Feuerball blieb in der Luft stehe und bewegte sich dann mehr oder weniger senrecht von oben nach unten. Ich umhoppelte sie brav, machte ein paar Luftsprünge, und sie tat so, als wolle sie mich mit Lava bewerfen, wobei ich immer einen Haken schlug, um ihr auszweichen. Die Rehe starrten gebannt zu uns herüber. Es muss wohl ziemlich gefährlich ausgesehen haben. Vor allem machten wir dann unter dem Applaus von Artemis und ihrem anfeuernden Lob noch etwas mehr: Ich wurde wieder Adler und kreiste weiter um Helia, und so begaben wir uns höher und höher in die Luft, bis sie schließlich am Himmel zu prangen schien wie die Sonne selbst, und ich sie wie ein kleiner Stern mit gold leuchtenden, sonnenbeschienenen Schwingen umkreiste. So spielten wir am Himmelszelt bis es Abend wurde, und Helia Angst hatte, die Sonne selbst könnte es als respektlos empfinden, wenn sie noch hoch am Himmel stünde, mitten im Sonnenuntergang. Also sanken wir auch wieder auf unsere schöne Wiese unter dem Papayabaum und schliefen schnell ein. Im Einschlafen schworen wir uns noch etwas, auf meinen Wunsch hin: „Helia, versprichst du mir, dich nie in eine Ente zu verwandeln?“ „Ja Miri ich schwöre.“ „Soll ich dir auch was schwören?“ „Dass du immer Miri bleibst, in jeder Gestalt“. „lch schwöre“.

 

MiraMiracula 19.11.2017 0 646
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