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oh weh...

oh weh...frowncry

der Versuch, unser Rattilinchen zu retten und ihr noch einige schöne und vergnügliche, gesunde Lebensjahre zu verschaffen, ist leider gescheitert. 

Rattilinchen war unser Derwisch, wunderschön, sportlich und hyperaktiv in ihrer Jugend, S- Springerin, aggressiv zu ihren Schwesterchen, aber lieb zu ihrer Mami und ihrem Lieblingsbrüderchen Benji. In letzter Zeit war sie freundlicher und etwas verschmuster - eventuell aus nicht zu gesundem Grund. 

Ihre Jugend hat sie völlig autonom gestaltet, sie hüpfte nicht mit ihren Geschwisterchen auf der Terrasse herum, sondern buddelte in einer riesigen Box mit Erde im anderen Teil der Wohnung mit Begeisterung vor sich hin, dann raste sie einige Mal querfeldein, bevor sie sich mit den anderen, vorzugsweise Hoppilina und Benji, einen gemütlichen Abend machte. 

 Rattilina war lieb zu ihrer Ohmi, aber auch tendenziell misstrauisch und auf Distanz bedacht. 

Sie war sehr sportlich und fast ihr ganzes Leben lang sehr schlank. Auf Turnieren war sie eher unkooperativ und etwas chaotisch, obwohl sie zuhause ausgezeichnet kaninhoppte. Erst mit vier Jahren wurde sie auch in der Öffentlichkeit richtig gut, und zeigte in den zweiten Durchläufen echte Meisterleistungen, wie z.B. ihre sehr schönen AS-Durchläufe auf unserem Sommerturnier 2017 (leider wollte sie nach dem M-Springen nicht mehr am S-Durchlauf teilnehmen), ein phänomenaler zweiter Parcoursdurchlauf in Gaildorf oder auch ihr zweiter Lauf in Vogelberg. 

Auch die Wiesenspaziergänge liebte sie, und zum Glück waren wir auch in der Woche vor ihrer OP noch zweimal unterwegs. 

Es wäre wunderschön gewesen, wenn sie nach der erfolgreichen Kastration beschwerdefrei noch viele Jahre mit Benji und der Ohmi hätte leben können.  

Sie hat anders entschieden, und da sie sich mit Benji nicht mehr richtig verstand, war sie mehr dafür, ihrer Mami zu folgen. Ihr Sprung über die Regenbogenbrücke war gewaltig, wie ein mirischer Sprung, den Zerberus hat sie sicher erschreckt. Es ist nicht anzunehmen, dass sie hier im Regenbogenland auf der Suche nach Ruhe ist...

Im Moment ist sie bei ihrer Mami und weint noch ein bisschen. Sterben ist immer schrecklich.  

Rattilinchen 20.3.2015 - 11.07.2020cryfrown

Mir, eurer Miri, wird jetzt gerade auch ganz mulmig zumute. Obwohl ich ja gerne Engel bin. Trotzdem. Ich erzähle euch deshalb noch schnell das Medizinalische, dann hoppel ich zu meiner Familie hier oben im Kaninchenparadies und umarme mein Schwesterchen.

Rattilina (Ratina15) medizinalisch:  

Aus diesem Grund konnte Rattilina nicht richtig geholfen werden: Ein riesengroßer, flacher Tumor auf dem Blinddarm, mit dem Dünndarm verwachsen, hat ihr das Verdauen schwer gemacht und ihr viel Energie geraubt. Vielleicht war es nicht einmal ein Tumor, sondern eine angeborene Verwachsung des Darms - andererseits gab es einige Symptome, die aber mehr auf harmlose Verdauungsstörungen oder Umfangsvermehrungen von Eileitern oder Gebärmutter zurückgeführt wurden.

Sie hatte ein sehr muskelfaserreiches Gekröse (Fettgewebe im Magendarm-Bereich), der Tumor sah ebenfalls aus wie aus Muskelfaser. Auf jeden Fall war dieses Gebilde wohl das, was als Gebärmutter- /Ovarialtumor palpiert worden war, vielleicht sogar vor der Kastration mit dem Ovar verbunden.

Sie ist friedlich eingeschlafen, während ihr Bäuchlein ihren Päppelbrei (Rodi Care instant von alfavet, eigentlich optimal und geschmacklich wohl auch einwandfrei, nach Vorschrift verabreicht) verdaute und dafür ihre gesamte Energie brauchte. Leider gab der Darm nicht mehr entsprechend viel Energie zurück (trotz Benebac, Vitaminchen etc.)

Die OP war einwandfrei, und es war auch vernünftig, sie zu operieren, denn durch die hormonelle Aktivität ihres Ovars hatte sie in letzter Zeit ungemeinen Appetit entwickelt. Dies wiederum war für die durch den Tumor eingeschränkte Verdauung tatsächlich ein Problem, die Darminhalte kamen nicht mehr schnell genug heraus und die Leber wurde ein bisschen in Mitleidenschaft gezogen. Sie hatte zwar noch in der Nacht des OP-Tages angefangen, Köttelchen zu produzieren, das waren aber wohl noch die Reste vom Tag vor der OP, diese kamen in sehr kleinen Schüben aus ihr heraus und machten eigentlich einen sehr guten Eindruck, auch wenn sie nicht optimal geformt waren, sondern eher klein und weich - wie Blinddarmkot.  

Sie hatte keine Überladung oder Tympanie, Bauch und Darm waren optimal gefüllt, aber da keine ordentlich gebildeten Köttelchen mehr zu sehen waren, sondern nur abschnittsweise grüner und weißer Brei im Darm (Enterocolitis), war die Darmflora wohl zu angegriffen, um die verlängerte Passage durch den OP-Tag und den sperrenden Tumor mitzumachen.  Es kann sogar sein, dass sie nur noch Blinddarmkot absetzen konnte, weil der Dünndarm fast verschlossen war. In letzter Zeit gab es in den Toilettenschüsseln von Benji und Rattilinchen schon mehrfach auffällig winzige Kotkügelchen, was sich natürlich auch durch Umfangsvermehrungen der Gebärmutter erklärt hätte.  Sie saß insgesamt sehr häufig auf der Toilette, aber  meistens mit eher unauffälligem, ordentlichen Ergebnis, wenn auch häufig und wenig.   

Ihre Lunge war frei von irgendwelchen Metastasen, der rechte Lungenflügel nicht absolut farblich homogen (könnten Spuren einer ganz leichten Infektion gewesen sein). Ein Lymphknoten unten rechts war geschwollen. Das hatte sicher mit der Aktivität des zystischen Ovars zu tun und mit der hormonellen Aktivität des Gesäuges. An einer ihrer Zysten entstand immer wieder eine Umfangsmehrung mit wässrigem Inhalt. Aufgrund von diesen Veränderungen (wahrscheinlich karzinogen) hatte sie vermutlich auch plötzlich sehr großen Appetit entwickelt. Sie ernährte sich allerdings (überwiegend) vernünftig mit vielen Kohlrabiblättern, Löwenzahn und Möhrengrün.

Der Tumor war tatsächlich ein tragischer Fall. Man hätte im Röntgenbild wahrscheinlich einen weißen Fleck gesehen, diesen aber nicht eindeutig zuordnen können - möglich wäre ja auch eine Verbindung zu den Ovarien gewesen. Die Relevanz für die Darmpassage wäre auch im Ultraschall kaum sichtbar geworden. Es wäre so auf exakt den unternommenen Versuch einer Tumorentfernung per Kastration hinausgelaufen. Ohne OP hätte sie in einiger Zeit dieselben Probleme bekommen wie sie nun direkt nach der OP vorlagen: weitere Einschränkungen der Darmpassage und schließlich Umkippen der Darmflora.

Sehr traurig, 

Eure Miri

p.s: Der Appendix war ganz leer , allerdings gelangte dort auch nichts hin, weil der Blinddarm unter dem Tumor zu einer Brezen gedreht war und nicht beweglich.  

 

Miri 12.07.2020 1 164
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    Mein Schwesterchen ist jetzt ja hier oben im Illysischen Wald der Kaninchenengel und hat von hier aus die Webseite gelesen. Ich soll jetzt noch hinzufügen, dass sie schon vor der OP ziemliche Probleme hatte mit den Köddelchen, die immer kleiner und kleiner wurden, sodass sie ganz viel Zeit in der entsprechenden Einstreu verbracht hat. War Ohmi auch aufgefallen, aber sie dachte, wegen der umfangsvermehrten Gebärmutter+. Es hätte also nicht lnage gedauert, bis ihr der blöde TUmor auf dem Darm den Garaus gemacht hätte. Aber die OP war schon sehr stressig und ein Schock, was fremde Menschen plötzlich mit ihr machen und mit der Wunde am Bauch usw. Naja, und auf dem Rücken liegen, sodass das blöde Ding im Bauch besonders drückte, war auch überhaupt nicht gut, meint sie.
    Jetzt muss sie sich erstmal ein bisschen austoben auf den illysischen Wiesen hier oben. Aber dann.... gibt es gute Neuigkeiten. die verrate ich euch aber erst am Wochenende ;)
     
     15.07.2020 
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12.07.2020 (33 Nächte vorher)
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